die bibel verstehen

Die Bibel: Erst relativieren, dann verstehen.

Die Bibel ist unglaublich vielseitig. Es fasziniert mich wie ein Buch so facettenreich und divers sein kann. Man kann ein und dasselbe Unterbuch der Bibel lesen und trotzdem hilft es in ganz verschiedenen Lebenslagen. Es scheint mir oft so als wenn jede Lebenssituation ihre eigenen Fragen hat, die wir gerne beantwortet haben möchten. Andere Lebensfragen sind dann oft gar nicht so wichtig. Die Bibel jedoch spricht dann immer genau die Lebensfragen an die man aktuell hat.

Ich stelle mir das gerne in einem Bild vor. Vor mir liegt ein aufgeschlagenes Buch. Hier leuchten nun einige Passagen des Buches in Gold auf und fallen mir ins Auge. Ein anderes Mal lese ich die gleiche Seite aber nun leuchten andere Passagen in grün auf. Diese Passagen waren zuvor nicht hervorgehoben und oft ist es so, als wenn man sie nie zuvor gelesen oder gehört hätte.

Dann gibt es außerdem noch den interessanten Effekt, dass man etwas in der Bibel liest und an bestimmten Stellen Anstoß nimmt. Kennst du das? Du liest etwas und es gefällt dir nicht, dass es so in der Bibel steht. Oft reagieren wir schnell und versuchen die Aussagen zu relativieren. „Das kann so nicht gemeint sein… Das muss man anders betrachten“. Ich glaube das diese Art zu denken normal und okay ist, wir versuchen immer unser Glaubensbild konsistent zu halten und fügen neue Dinge so in unser Glaubensbild ein, dass sie auch hinein passen. Ich habe jedoch nun schon einige Male die Erfahrung gemacht, dass später genau die Stellen die ich selbst relativiert habe später mir zum Anker geworden sind und ich die Relativierung zurück genommen habe. Zum vorigen Zeitpunkt konnte ich es jedoch noch nicht verstehen, weil mir schlichtweg die Lebenserfahrung und Weisheit fehlte.

Ein aktuelles Beispiel ist das Thema Leid. In einer Zeit  in der man gar nicht oder wenig leidet, und das zurecht auch auf den Glauben an Jesus Christus zurückführt, kann man an so mancher Stelle Anstoß nehmen wie die Bibel mit Leid umgeht und wie sie sagt, dass Leid ein Teil unseres Prozesses ist. Man ist dann wohl möglich in der aktuellen Lebenssituation ohne Leid und wünscht sich sehr dass es so bleibt und das ist auch okay. Aber man ist verleitet sich zu irren, indem man sagt, dass Jesus alles Leid in dem eigenen Leben verhindern wird, wenn man nur genug glaubt. Das steht so schlichtweg nicht in der Bibel, hier ist sogar immer wieder von Leid die Rede welches erst durch die Entscheidung für Jesus ensteht, z.B. Verfolgung.

Die Psalmen sind voll von Liedern über Leid und Bitten danach, dass unser Herr dieses Leid lindert und uns hilft. Jesus selbst musste leiden um seinen Auftrag vollenden zu können und Paulus und Petrus schreiben später, dass wir Anteil nehmen sollen am Leid Jesu um vollendet zu werden. Wenn man im Leid steht, merkt man wie heilsam und lindernd der Umgang der Bibel mit Leid ist und fängt an die Bibel und das Leben ganzheitlicher zu sehen.

Was machst du so für Erfahrungen mit der Bibel? Und was fasziniert dich dabei?

-Matthias

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