Warum mein Glauben kein K(r)ampf für mich ist – Teil 2 von 3

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2. Jesus macht uns frei

Gehen wir nochmal einen Schritt zurück und überlegen, was denn Kampf oder Krampf im Leben eigentlich bedeutet. Ein Kampf zwischen zwei Menschen hat zum Beispiel verschiedene Eigenschaften:

  1. Er ist sehr anstrengend
  2. Der Ausgang ist zumeist ungewiss
  3. Man hat Angst verletzt zu werden
  4. Man geht ein gewisses Risiko ein
  5. Man möchte den unangenehmen Zustand so schnell wie möglich beenden

Ein Kampf hat natürlich noch weitere Eigenschaften, aber diese Eigenschaften könnten wir theoretisch auch auf unser Glaubensleben übertragen:

  1. Unser Glauben ist anstrengend (Es wäre einfacher ohne)
  2. Wir wissen am Ende nicht wie es ausgeht
  3. Wir haben Angst vor Sünden und Irrtümer
  4. Wir gehen ein Risiko ein
  5. Wir möchten so schnell wie möglich dieses Leben auf der Erde beenden

Wenn man meinen Glauben wirklich mit diesen Eigenschaften beschreiben könnte, dann würde ich mir selbst leidtun. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass Jesus uns nicht nur unsere Schuld vergibt, damit wir später ins Himmelreich kommen, sondern dass er uns schon in unserem jetzigen Leben frei macht, damit wir in vollständiger Freude (Glücklich sein) und Erfüllung leben können! Im konkreten gibt es verschiedene Dinge die Jesus für uns tun kann und heute auch noch tut, genau dafür sind Christen mit ihrem Leben ein Zeugnis:

  1. Jesus heilt den Körper
  2. Jesus heilt uns innerlich (Psyche und Geist)
  3. Jesus vergibt uns unsere Schuld
  4. Jesus nimmt uns unsere Angst
  5. Jesus versorgt uns mit einer Kraft

All diese herrlichen Dinge bekommen wir jedoch nicht, wenn wir versuchen sie uns zu erarbeiten (bzw. zu erkämpfen) sondern eben nur indem sie uns geschenkt werden und wir sie als Geschenk annehmen. Den Glauben mit einem Kampf zu beschreiben würde jedoch andeuten, dass wir durch irgendeine Anstrengung in unserem Leben, tatsächlich etwas erreichen könnten. Die Botschaft von Jesus ist hier jedoch eindeutig, es ist nicht möglich etwas in eigener Kraft für sich zu erreichen. Wenn wir aber nichts zu unserem Heil beitragen können, was genau kann dann noch für uns anstrengend sein?

Es ist doch in Wahrheit genau andersherum. Bevor wir Jesus begegnet sind, haben wir versucht in dieser Welt eine Identität zu finden. Alle Menschen sind auf der Suche nach Identität und leiten sich daraus bewusst oder unterbewusst Lebensziele ab. Das kann bei jedem Menschen unterschiedlich aussehen, so mancher möchte beruflich erfolgreich sein, ein anderer sehnt sich nach Ruhm, und wieder andere suchen Identität in der Ausbildung von bestimmten Fähigkeiten. Oftmals entsteht aus unseren persönlichen Zielen ein erheblicher Druck der uns immer wieder dazu auffordert etwas tun zu müssen. Jesus ist derjenige, der uns frei macht davon. Sowohl im weltlichen Bereich als auch im religiösen Bereich gilt bei Jesus, dass es keinen Sinn macht etwas zu tun um etwas zu sein/werden. Unsere Identität definiert sich allein durch Gott und kann nicht durch unser Tun beeinflusst werden. Unseren Lebenssinn aber erfüllen wir nur dadurch, dass wir Gemeinschaft mit Gott haben. In dieser Zeit des Gespräches mit Gott, macht er uns auch offenbar wie unsere wahre Identität aussieht und dass er uns liebt. Wenn ich also zwischendurch mal das Gefühl habe, ich müsste mal wieder etwas tun für Gott, dann mache ich mir klar, dass es ihm nicht darum geht, dass ich mich irgendwie anstrenge, sondern dass er sich wünscht mit mir Gemeinschaft zu haben, und diese so oft wie möglich. Die richtige Reaktion auf solch eine Regung in mir kann für mich daher nur das Gebet sein.

Das Ende wurde uns schon verraten

Bei einem Kampf, ist der Ausgang fast immer ungewiss. In unserem Glauben ist das jedoch ganz anders. Im Gegensatz zu Ungläubigen wurde uns der Ausgang unseres Leben und dieser Welt schon verraten. Für uns persönlich gilt, dass wir eines Tages sterben werden. Bei jedem von uns wird eines Tages das Herz stehen bleiben, der Leib wird dann sterben und mit der Zeit wird er immer mehr verfaulen. Die Bibel macht jedoch deutlich, dass dieser Tod des Leibes nicht das Ende unseres Geistes bedeutet. Der Geist wird nach dem Tod des Leibes weiterleben und wird dann entweder zu Gott kommen oder muss vollkommen getrennt von Gott leben. Als Christen verstehen wir den irdischen Tod vielmehr als eine Tür in das größte Abenteuer unserer Existenz. Kein tragisches Ende, kein Drama, kein Weltschmerz. Wir kennen das Ende unseres Lebens und sind uns dessen sicher.
Neben diesem persönlichen Ausgang ist uns aber auch der Ausgang dieser Weltgeschichte bekannt gemacht worden. Während das Volk Gottes im Zeitverlauf an Kraft gewinnen wird, wird auch die Bosheit der gottlosen Welt zunehmen. Es wird in einen Höhepunkt münden, an dessen Spitze Jesus Christus wiederkommen wird. Dann wird seine Wahrheit auch auf der Erde offenbar und seine himmlische Herrschaft wird dann auch zur direkten irdischen Herrschaft. Der Ausgang unseres Lebens und der Ausgang der Weltgeschichte ist also alles andere als ungewiss für uns. Wir haben eine lebendige Zusage, dass alles gut enden wird.

3. Jesus nimmt uns Ängste und Sorgen

Das Jesus uns auch von Ängsten befreit ist leider noch keine allzu bekannte Offenbarung innerhalb des Leib Christi. Dennoch ist es wahr. Zum Einen kann Jesus uns auf übernatürliche Art und Weise von krankhaften Ängsten befreien. Zum Anderen führt uns das Wort Gottes zu einem Blickpunkt auf unser Leben, der es uns möglich macht sorgenfrei zu leben. Hierfür erkenne ich mehrere Gründe. Zunächst einmal sagt Jesus, dass wir den Verlauf unseres Lebens nicht wesentlich beeinflussen können. Eine zu starke Zukunftsorientierung ist daher realitätsfremd. Jesus ruft uns dazu auf, möglichst im Hier und Jetzt zu Leben und vor allem an den Nächsten Schritt zu denken, statt an den Über- und Über-Übernächsten Schritt.

Vor Allem aber sagt Jesus uns eine Freude und Erfüllung zu, die unabhängig von allen Lebenssituationen ist. Diese Freude ist wie die Liebe Gottes Bedingungslos und kann nur als Geschenk in der Gemeinschaft mit Gott angenommen werden. Wenn du es nicht selbst erlebt hast, wirst du dich sicher fragen wovon ich hier spreche. Ich spreche hier von einer Freude, die sich im intensiven Gebet zu Gott auftut. Eine Freude die wir nicht erklären können, und welche die uns bekannte weltliche Freude in der Qualität um ein vielfaches übersteigt. Wir können krank, arm, verlassen, missbraucht, misshandelt, gefoltert, verleugnet, betrogen und belogen werden. All das sind wirklich schlimme Dinge die auch Christen widerfahren können. Aber durch den Heiligen Geist haben wir die Möglichkeit bekommen auch in solchen Situationen zu Gott kommen zu können, ihn anzubeten und Zugang zu bekommen zu einer unfassbaren und unbeschreiblichen Freude. Wenn man das nun verstanden hat, merkt man, dass es einem ja egal sein kann in welche schwere Situation man schlittert. Bei Gott finden wir trotzdem unsere Freude und Befriedigung. Wenn du das in deinem Glauben und Gebet so noch nicht erlebt hast möchte ich dir heute zwei kleine Tipps geben:

  1. Wo suchst du heute deine Freude, deinen Spaß, deine Befriedigung? Bei Gott oder in irdischen Dingen? Lasse doch mal die irdischen Freuden weg und erwarte Freude bei Gott
  2. Mach’s einfach! Gehe ins Gebet und komme mit dem Anliegen zu Gott. Das ist keine ungewöhnliche Bitte sondern genau das was Gott uns schenken möchte!

4. Das Leben ist schön

Die Überschrift sagt es schon und ich bin der Meinung, dass es eine wichtige und wunderbare Aussage von Jesus ist. Das Leben hier auf der Erde ist ein Geschenk Gottes! Es ist wunderbar seine Schöpfung zu sehen, zu fühlen und zu erfahren. Es ist wunderbar Luft in die Lungen einatmen zu können! Schlaf, Essen, Liebe, Sex, Denken, Sich Unterhalten, Lachen, Fühlen, Sehen, all dies sind Dinge für die wir geschaffen wurden und die wahrlich wunderbar sind. Natürlich leben wir in einer gefallenen Schöpfung und natürlich gibt es neben den schönen Dingen auch die schrecklichen Dinge. Aber es hilft uns gar nicht diese Dinge zu stark zu betonen und allzu viel negatives zu Reden oder zu Denken. In Wahrheit gibt man ein Zeugnis für das Reich der Finsternis, wenn man über „diese schreckliche Welt“ spricht. Man bekommt dadurch negative Gedanken, negative Emotionen die auf Dauer unseren seelischen Zustand beeinflussen. Wir sollen uns auf das Gute in der Welt konzentrieren, sollen die Schöpfung als gut und wunderbar bezeichnen! Wir sollen darauf aus sein selbst gute Taten zu vollbringen um damit das gute Reich Gottes zu vergrößern. Wenn wir diesen Wandel durchführen und uns auf das Gute in der Welt und unsere eigenen guten Taten konzentrieren werden wir merken, dass sich etwas in unserer Grundstimmung ändert. Wir merken, dass dieses Leben wirklich schön ist und wir dazu berufen sind glücklich zu sein.

Im nächsten Teil möchte ich über den Gebetskampf sprechen und diesen vom Glauben als Kampf abgrenzen.

Ich wünsche allen Brüdern und Schwestern einen gesegneten Tag! Gott ist der herrliche und heilige Herrscher des Universums! Alle Ehre und allem Respekt wem dies gebührt: Jesus Christus! Amen!

Veröffentlicht von

Matthias

Hi, mein Name ist Matthias. Ich liebe das Leben und den Gott der all das geschaffen hat. Zusammen mit meiner Frau folge ich leidenschaftlich gerne Jesus nach und möchte durch seine Kraft die Welt transformiert sehen. Ich bin Jahrgang 89 und arbeite beruflich als Unternehmensberater.

2 Gedanken zu „Warum mein Glauben kein K(r)ampf für mich ist – Teil 2 von 3“

  1. “Wir sollen uns auf das Gute in der Welt konzentrieren.”

    Genau das ist es! Wie können wir Zeugen sein von Gottes Herrlichkeit, wenn wir nur klagen und angst haben?! Gott gibt uns so viel Grund zur Freude. Bevor wir also auf die Dinge sehen, die uns Sorgen machen, lasst uns doch lieber darauf schauen wie reich Gott uns beschenkt hat und wie er heute noch wirkt. Klar ist es nicht einfach, bei all dem Leid was man täglich mitbekommt. Christen werden verfolgt, in den Medien findet Gotteslästerung statt und in unserem Umfeld erfahren wir Spott und abneigung… Aber wie oft vergessen wir dabei folgendes: Wir leben heute in einer Zeit in der die gute Nachricht so weit verbreitet ist wie noch nie. Es gibt Bibeln in fast allen Sprachen und der technische Fortschritt eröffnet riesige Möglichkeiten, die Gott auch zu nutzen versteht. Ist das nicht ein Grund zur grenzenlosen Freude?!
    Ich will damit nicht sagen, dass unsere kranken, verfolgten oder trauernden und mutlosen Geschwister nicht unsere Liebe und unser Gebet brauchen. Ganz im Gegenteil sie brauchen es unbedingt. Aber wie viel mehr Wert ist ein Gebet, dass aus der Freude heraus kommt zu wissen, dass Gott alles in seiner Hand hat. Er hat alles schon längst geplant und auch, wenn es oft für uns nicht nachvollziehbar scheint, ist es so auch gut!

    Danke für deine Worte! Ich bin gespannt auf den letzten Teil…

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