Christlicher Glaube fordert und fördert Fortschritt

Dem christlichen Glaube wurde oft nachgesagt, dass er Fortschritt in der Welt verhindere. Auch wenn das historisch sicher an mancher Stelle wahr sein mag, stelle ich hier jetzt mal zwei gegensätzliche Hypothesen auf:

  1. Der christliche Glauben ist die historische Ursache für den heutigen Fortschritt
  2. Christlicher Glauben bringt Fortschritt in allen Lebensbereichen hervor und fördert den Fortschritt

Zu Beginn möchte ich aber erst einmal eine Definition von Fortschritt nennen. Unter Fortschritt verstehe ich eine positive Entwicklung des Zustandes, während Rückschritt eine negative Entwicklung des Zustandes beschreibt. Dem gegenüber sei der Begriff der Veränderung abgegrenzt, der beschreibt, dass sich ein Zustand verändert, aber keine Aussage über die Bewertung dieser Veränderung macht. Synonym hierzu können die Begriffe Entwicklung und Weiterentwicklung gesehen werden.

Westlicher Fortschrittsglaube

In unserer westlichen Kultur gibt es seit einigen Jahrhunderten einen sogenannten Fortschrittsglauben. Dieser beschreibt die innere Überzeugung des Menschen davon, dass sich die Menschheit im Laufe der Zeit positiv weiterentwickelt. Hier lässt sich dann die Überzeugung ableiten, dass heutige Zivilisationen bessere Zivilisationen sind, als die der Vergangenheit. (Ohne hier weiter darauf einzugehen inwiefern sich die Zivilisationen verbessern) Diese Annahme wird unter Anderem durch den messbaren technischen Fortschritt der Menschheit sowie dem kontinuierlichen Wissenszuwachs in der Vergangenheit gestützt. Dennoch handelt es sich hierbei um einen „Glauben“, da die Überzeugung die Entwicklungen der Zukunft mit einbezieht, welche nicht untersucht oder vorhergesagt werden können. (Zumindest wissenschaftlich…)

Aktuelle Abkehr von der Sicht des Fortschritts

In den letzten beiden Jahren jedoch bin ich immer mehr mit Meinungen von Menschen in Kontakt gekommen, die an diesen Fortschritt der Menschheit nicht mehr glauben. Diese Menschen sind stattdessen von einem pessimistischen Weltbild geprägt. In diesem Weltbild kann kein menschlicher Fortschritt erkannt werden, und es wird insbesondere in den letzten 20 Jahren eine negative und destruktive Entwicklung der Menschheit gesehen. Tatsächlich gibt es auch Entwicklungen, die diese Annahme stützen: Der Klimawandel, die zunehmende Abholzung der Wälder, die zunehmende Verschmutzung der Weltmeere, die Überfischung der Meere, der zunehmende internationale Terrorismus, der erhöhte Bevölkerungszuwachs und weitere. Die aktuelle PEGIDA Bewegung sowie der derzeitige nationale Rechtsruck der europäischen Staaten basieren auf dieser pessimistischen Sicht der Menschheit. Diese Sicht ist darauf aus mindestens den Status Quo der Menschheit zu bewahren, teilweise aber auch die Entwicklungen rückgängig zu machen. So benutzen die PEGIDA Aktivisten den christlichen Glauben, weil sie sich daran zurück erinnern, dass in der christlichen Gesellschaft der vergangenen Tage doch so manches besser war als heute. Gleichzeitig aber haben sie keine Ahnung vom wahren Glauben an Jesus Christus und missbrauchen diesen Glauben für vollkommen gegensätzliche und unchristliche Meinungen. Nationalismus, ja sogar Patriotismus, sind aus dem Blickwinkel der Nachfolge Jesu lachhafte und naive Ideen die vollkommen im Widerspruch zum Evangelium von Jesus Christus stehen.

Dieses neue pessimistische Weltbild ist noch nicht so stark verbreitet, ich prophezeie hier aber eine kontinuierliche Verbreitung dieses Weltbildes in der westlichen Gesellschaft, vor allem in den bildungsferneren Schichten. Neben diesem pessimistischen Weltbild erkennt man zusätzlich häufig ein negatives Menschenbild. Dieses Menschenbild geht nicht davon aus, dass der Mensch prinzipiell wertvoll, gut, lernfähig und vertrauenswürdig ist sondern ist dem Menschen gegenüber eher skeptisch eingestellt. Oftmals werden in diesem Menschenbild ganze Menschengruppen kategorisch als nicht würdig, vertrauenswürdig und wertvoll erachtet. So stellt PEGIDA die Muslime unter einen Generalverdacht, dass ihre Kultur und Religion destruktiv und gefährlich ist. Charakteristisch ist aber auch eine harte Einstellung gegenüber Flüchtlingen. Flüchtlinge sind für diese Menschen nicht willkommen, erst recht nicht in der eigenen Nachbarschaft. Die Empathiefähigkeit der Menschen sinkt wenn man den Menschen grundsätzlich misstraut und diesen keine guten Absichten unterstellt wenn auch mal Fehler gemacht werden. Dieses neue Weltbild und Menschenbild ergibt sich direkt als Folge aus der Herauslösung der Gesellschaft aus ihren christlichen Grundannahmen. Tatsächlich ist es so, dass dieses Weltbild sich mindestens genauso gut aus dem atheistisch wissenschaftlichen Weltbild ableiten lässt wie der Humanismus. So beobachte ich in den sozialen Netzwerken vermehrt, dass viele Menschen nicht mehr an eine Sonderstellung des Menschen unter den Lebewesen glaubt. Diese Annahme läuft den Grundannahmen des christlichen Glaubens und auch des Humanismus zuwider, ist aber durchaus eine mögliche und einleuchtende Interpretation des atheistisch wissenschaftlichen Weltbildes. Wenn der Mensch eine durch die Evolution entstandene langanhaltende chemische Reaktion (oder physikalischer Prozess) ist, dann ist er genauso wertvoll wie alle anderen chemischen Reaktionen auch, nämlich wertlos. In diesem Menschenbild stehen alle Lebewesen auf der gleichen Stufe. Das Bewusstsein des Menschen ist dann eine Illusion genauso wie Realität, Wahrheit, Gerechtigkeit, Gut und Böse sowie die Liebe. All das kann es gar nicht geben, denn eine chemische Reaktion läuft alles in allem determiniert ab, es gibt keinen freien Willen und keinen wirklichen Einfluss des Menschen auf das Geschehen, denn der Mensch selbst ist ja zu Hundertprozent selbst beeinflusst vom Geschehen. Solche Grundannahmen werden schon lange in unseren westlichen Schulen gelehrt, während aber gleichzeitig ein humanistisches Weltbild gelehrt wird welches diesem im Grunde genommen stark widerspricht. Denn der Humanismus geht eben davon aus, dass es eine Art freien Willen des Menschen gibt und das jeder Mensch positiven Einfluss auf die Welt nehmen kann wenn er möchte, sowie dem Menschen aufgrund seines freien Willens eine Sonderstellung unter den Lebewesen zukommt.

„Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Das ist das erste Grundrecht im deutschen Grundgesetz. Zum Glück gibt es das! Ich bin absolut dafür und kann dir dieses Recht in zwei Sätzen aus der Bibel herleiten! Aber warum eigentlich ist die Würde des Menschen nicht antastbar in einer atheistischen Gesellschaft? Wie lässt sich dieses Grundrecht, welches die Grundlage unserer westlichen Gesellschaft ist, aus dem wissenschaftlich atheistischen Weltbild herleiten? Die Antwort ist: Es geht nicht. Es ist vielleicht über Ecken möglich dieses Grundrecht aus dem Humanismus abzuleiten, aber dann handelt es sich um eine philosophische Herleitung unter der Prämisse eines freien Willen des Menschen. Und diese philosophische Prämisse widerspricht nun mal eigentlich dem materialistischen Weltbild. Wie aber haben denn unsere Gründerväter dieses Grundrecht hergeleitet und verteidigt, das ja durchaus den vorigen nationalsozialistischen Annahmen wiedersprach? Das können wir noch heute in der Präambel des Grundgesetzes nachlesen:

„Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen, hat sich das Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben.“

Wir erkennen, dass die Grundrechte aus einem christlichen Weltbild heraus abgeleitet wurden. Aus dem biblischen Verständnis heraus wurden der deutschen Gesellschaft Grundannahmen gegeben, die bis heute die Gesellschaft tragen und bereichern.

Die Aufklärung schafft sich selbst ab

Der Humanismus ist im Übrigen keine Strömung die aus dem Atheismus entspringt, wie viele meinen, sondern ist eine Denkhaltung die ihren Ursprung im christlichen Glauben hat und sich in der Renaissance entwickelt hat. Erst später dann hat man versucht den Humanismus zu säkularisieren. Heute beschreibt der Humanismus verschiedene Weltbilder die teilweise christlich und teilweise atheistisch hergeleitet werden. Genauso geht es der Aufklärung. Auch diese ist aus dem christlichen Glauben entsprungen und hat, was gerne verschwiegen wird, christliche Prämissen übernommen. Nietzsche selbst, einer der Begründer der Aufklärung, schreibt, dass die Aufklärung am Ende zum kompletten Atheismus der Gesellschaft führt. Wenn dieser Atheismus jedoch erreicht ist, wird die Aufklärung selbst sinnlos. Das liegt daran, dass die Aufklärung auf dem christlichen Wahrheitsbegriff basiert. Der christliche Glauben begründet dass es eine absolute Wahrheit über alle Dinge gibt. Genau diese eine Wahrheit ist die Perspektive Gottes. Diese Annahme führte zu der Aussage, dass die Welt in ihrer Wirkung mit absolut wahren Aussagen zu beschreiben ist. Daher versuchte man für die Umwelt jeweils diese absoluten Aussagen unvoreingenommen zu finden, was die Menschen zum wissenschaftlichen Arbeiten führte. Im Atheismus kann es jedoch nicht die Annahme einer absoluten Wahrheit geben, denn ohne einen Gott ist alles relativ, was uns direkt zum Pluralismus und Relativismus führt, der aber in ihrem Wesen nach eigentlich wissenschaftsfeindlich ist und die Aufklärung wieder abschafft.

Hierzu auch interessant:

http://www.mscperu.org/deutsch/gschicht/Weltanschauungen_Spaemann.htm

Natürlich passiert das nicht bewusst oder gewollt. Weder der Humanismus noch die Aufklärung und deren Vertreter sind gewollt ihre eigenen Bewegungen und Denkrichtungen abzuschaffen. Stattdessen sind es aber gesellschaftliche Denkrichtungen und Tendenzen die innerhalb einer atheistischen Gesellschaft mit der Zeit zwangsläufig entstehen, weil der Humanismus eben nur eine Lesart des Atheismus ist. Um eine Gesellschaft dann generell von dieser Denkrichtung zu überzeugen bedarf es eine Art Missionierung der Menschen, die vor allem darauf aus ist alternative atheistische Denkrichtungen zu unterdrücken und den Humanismus als vorherrschende Denkart zu bewahren. In diesem Licht sind auch die Menschenrechte zu sehen. In einer internationalen Gesellschaft in der die westliche Kultur und Denkart intensiv exportiert wird, werden Religionen mehr und mehr von einer atheistischen Perspektive abgelöst. Zurück bleibt dabei eine große Unsicherheit über Moral und Gerechtigkeit, denn in der Vergangenheit stellten die Religionen einheitliche Vorgaben zur Moral an die sich die Menschen orientieren konnten. Um diese neue  Lücke zu schließen werden international Menschenrechte definiert um den Menschen Orientierung zu geben, welche Handlungen richtig oder falsch sind. Wie wir oben gesehen haben entspringen diese Menschenrechte aber dem christlichen Glauben, man versucht also, ohne sich dem wirklich bewusst zu sein, die christlichen Grundsätze zu nutzen, während man aber den eigentlichen Ursprung derer leugnet.

Gefahr einer post-humanistischen atheistischen Gesellschaft: Die antihumanistische Gesellschaft

„Die Geister die ich rief“: Auch wenn es nie die Absicht der Gründerväter war, so wird der Atheismus früher oder später in einer breiten Masse nicht zu humanistischen Ansichten führen, sondern zu antihumanistischen Ansichten. In dem Film die Matrix (ein großes Meisterwerk des Films) wird diese Ansicht auf den radikalen Punkt gebracht. Dort sagt Agent Smith:

„Es fiel mir auf, als ich versuchte eure Spezies zu klassifizieren. Ihr seid im eigentlichen Sinne keine richtigen Säugetiere! Jedwede Art von Säugern auf diesen Planeten entwickelt instinktiv ein natürliches Gleichgewicht mit ihrer Umgebung. Ihr Menschen aber tut dies nicht. Ihr zieht in ein bestimmtes Gebiet und vermehrt euch bis alle natürlichen Ressourcen erschöpft sind. Und der einzige Weg zu überleben ist die Ausbreitung auf ein anderes Gebiet. Es gibt noch einen Organismus auf diesen Planeten der genauso verfährt. Wissen sie welcher? Das Virus! Der Mensch ist eine Krankheit! Das Geschwür dieses Planeten. Ihr seid wie die Pest! Und wir sind die Heilung.“

In sozialen Netzwerken bin ich mehrmals auf das Zitat gestoßen: „Die Reife einer Gesellschaft misst sich an der Qualität des Umgangs mit den Tieren.“ Wenngleich das ein mögliches Kriterium ist vernachlässigt es bewusst und provokant den entscheidenden Umgang der Menschen miteinander. Wenn man bei solchen Zitaten die Kommentare liest wird einem die Intention bewusst: Die jeweiligen Verfechter sind der Meinung, dass die Menschheit eine minderwertige Art auf diesem Planteten sind. Sie gehen davon aus, dass der Mensch eine Art Fehlentwicklung der Evolution darstellt. Der Mensch sei in seinem Wesen so veranlagt, das er das System der Natur kontinuierlich destabilisiert bis es schließlich kollabiert. Die einzige sichere Lösung des Problems ist dabei die Abschaffung des Menschen durch den Menschen selbst, oder zumindest die starke Reglementierung des Menschen. Während des Surfens im Web stieß ich einmal auf eine Website die stark vor dem aktuell hohen Weltbevölkerungswachstum warnte, welches schon bald zum Kollaps der Erde führen solle. Dabei formulierte der Autor folgende Maßnahmen:

  1. Abtreibungsrate erhöhen
  2. Ein-Kind-Regelungen einführen
  3. Seuchen weniger kontrollieren
  4. Sterbehilfe einführen und ausweiten
  5. Zwangssterilisation in der Dritten Welt
  6. Waffenexporte erhöhen
  7. usw.

Diese neue Weltsicht ist ein guter Nährboden für eine chaotische, gewaltsame und menschliche Gesellschaft die weder Moral noch Gerechtigkeit kennt. In ihr sehe ich eine der größten Gefahren des 21. Jahrhunderts für die Menschheit. Dass die Folgen eines atheistischen Weltbildes sehr verheerend sein können lernen wir aus der deutschen Vergangenheit. So führte der Darwinismus zu einer wissenschaftlichen Rassentheorie die einige Menschen dazu ermutigte den evolutionären Selektionsvorgang manuell zu beschleunigen. Abseits des christlichen Menschenbildes wurde eine Wissenschaft entwickelt, die versucht hat nach bestimmten Kriterien den Wert einer Rasse zu bestimmen. Unter den kriterien zum Beispiel die durchschnittliche Körpergröße oder Intelligenz der Rassen. Dabei identifizierte man bestimmte Rassen die so minderwertig sind, dass sie mit ihrem schlechten Erbgut eine Gefahr für die restlichen Menschheit darstellten. Die Vermischung des Erbgutes sollte um jeden Preis verhindert werden, was zum größten Genozid der Menschheitsgeschichte führte. Tatsächlich ist es durch die atheistische Wissenschaft schwierig diese Argumente zu widerlegen, sodass es noch heute viele Vertreter dieser Denkart gibt. Dabei lassen diese Vertreter sich nicht vom Humanismus beeinflussen, in welchem sie eine vom Christentum beeinflusste Philosophie sehen. Der Atheismus wird also in den atheistischen Gesellschaften, allen voran Deutschland, zu unerwünschten gesellschaftlichen Denkhaltungen führen die rückschrittliche Auswirkungen auf die Menschheit haben wird. Um diese Entwicklung zu verhindern ist es notwendig sowohl den Humanismus als auch die Aufklärung aus dem atheistischen Irrtum herauszuführen und zur christlichen Wahrheit zurückzuführen. Denn die Aufklärung und die wissenschaftliche Vorgehensweise der Analyse steht keineswegs mit dem christlichen Glauben im Widerspruch, wie manche Christen oder Atheisten denken. Stattdessen ist der christliche Glauben der Ursprung der Aufklärung und gleichzeitig braucht die Aufklärung und die Wissenschaft den umfassenden Rahmen des christlichen Glaubens um nachhaltig bestehen zu können.

Christlicher Glauben fordert und fördert Fortschritt

Nun möchte ich aber vermehrt biblisch argumentieren, weshalb Fortschritt im Sinne Gottes ist und inwiefern die Prämissen des Glaubens positives und fortschrittliches sowie humanistisches Denken fördern.

Fortschritt ist ein Ausdruck des Verwaltungsauftrages Gottes

In Mose 2 lesen wir darüber, dass Gott den Menschen den Auftrag gab die Schöpfung zu bewahren: „Gott, der Herr, schuf den Menschen und brachte ihn in den Garten Eden. Der Mensch sollte die Schöpfung bebauen und bewahren.“ (Mose 2,15) Gleichzeitig lesen wir in Mose 2: „Nehmt die Erde in Besitz, herrscht über alle Lebewesen auf der Erde.“ (Mose 1, 28) Damit hat der Mensch einen Verwaltungsauftrag über die Erde bekommen. Gott macht deutlich, dass der Mensch eine besondere Verantwortung für die Erde hat. Die Erde wird dem Menschen als Geschenk überreicht mit allem was auf ihr ist, daran ist aber auch der Auftrag verknüpft diese Erde zu Verwalten und das System zu bewahren. Spätestens seit den letzten 50 Jahren erkennen wir, dass der Mensch mit seinem Handeln einen starken Einfluss auf die Funktionsweise der Schöpfung hat. Der Verwaltungsauftrag Gottes kann also gut oder schlecht erfüllt werden, wobei wir erkennen müssen, dass diese Aufgabe der Bewahrung gar nicht so leicht ist, da die Schöpfung ein komplexes System ist welches die Menschheit auch heute kaum versteht. Zur Erfüllung dieses Auftrages ist es daher notwendig die Funktionsweise der Schöpfung zu verstehen und Methoden zu finden negative Entwicklungen zu verhindern. Eine der Antworten auf diesen Auftrag ist der technologische Fortschritt, der die Menschheit in die Lage versetzt die Schöpfung effektiver zu verwalten und positiv zu beeinflussen.

Fortschritt ist ein Ausdruck des Bevölkerungsauftrages Gottes

Der Mensch hat von Gott den Auftrag bekommen die Erde zu bevölkern und er hat Gefallen an der Fruchtbarkeit des Menschen: „Und Gott segnete sie und gab ihnen den Auftrag: »Seid fruchtbar und vermehrt euch, bevölkert die Erde und nehmt sie in Besitz.“ ( Mose 1, 28) In den letzten 50 Jahren stellt der Bevölkerungszuwachs die Menschheit tatsächlich vor eine Herausforderung. Das Leben eines Menschen, insbesondere im Westem, ist heutzutage recht ressourcenintensiv. Aus dem Bevölkerungsauftrag und aus der Ebenbildlichkeit des Menschen gegenüber Gott, ergibt sich jedoch ganz eindeutig, dass antimenschliche Lösungsansätze überhaupt nicht in Frage kommen, sondern wir stattdessen noch besser unseren Verwaltungsauftrag erfüllen müssen um ein ungehindertes Bevölkerungswachstum zu ermöglichen. Eben genau dadurch sind wir noch mehr gefragt fortschrittliche und nachhaltige Lösungen zur gerechten Versorgung aller Menschen zu entwickeln. Hierbei handelt es sich durchaus nicht nur um technischen Fortschritt der notwendig ist sondern auch um individuellen und gesellschaftlichen Fortschritt. Denn es ist durchaus bekannt, dass die Menschheit das Versorgungsproblem lösen könnte wenn man die ungerechte Verteilung der Ressourcen beheben würde.

Fortschritt ist ein Ausdruck menschlicher Kreativität

Als Schöpfer ist Gott das Wesen mit maximaler Kreativität. Dort wo vorher nichts existiert hat ruft Gott durch sein Wort Wesen in die Existenz. Gleichzeitig ist der Mensch als Abbild Gottes ebenfalls zur Kreativität berufen. Zwar ist es dem Menschen nicht möglich irgendetwas in die Existenz zu rufen, aber trotzdem ist es dem Menschen möglich neue Gedanken und Ideen zu entwickeln und mit Hilfe der gegebenen Umwelt neue Gegenstände zu erzeugen die es in ihrer Bestimmung und Form so vorher nicht gegeben hat. Diese Art von schöpferischer Tätigkeit ist in den Menschen hineingelegt worden und steht vollkommen in dem Willen Gottes, der daran Freude hat. Die kreativen Tätigkeiten des Menschen führen zu innovativen und fortschrittlichen Ideen in allen Lebensbereichen. In der Bibel wird die Kreativität sogar als eine wichtige Form des Lobpreises Gottes genannt.

Frieden, Einheit und Liebe schafft den optimalen Nährboden für Fortschritt

Während Krieg, Hass und Misstrauen den menschlichen Fortschritt stark behindern, schaffen Frieden und Liebe unter den Menschen einen optimalen Nährboden für menschliche Kreativität, Kultur und Fortschritt. Die Bibel setzt dabei die Maßstäbe indem sie das Gesetz der Nächstenliebe formuliert. (Matthäus 22,39) Ebenso hat Jesus Christus radikal zum Frieden und zur Gewaltlosigkeit aufgerufen in dem er jeglichen Gewaltverzicht fordert: „Wenn jemand dich auf die eine Wange schlägt, dann halte ihm auch die andere hin. Wenn jemand deinen Mantel will, biete ihm auch dein Hemd an.“ (Lukas 6,29). Neben diesen Statements ist die Bibel aber auch eindeutig bei der Meinung über Gleichheit und Gleichberechtigung aller Menschen: „Nun gibt es nicht mehr Juden oder Nichtjuden, Römer oder Nichtrömer, Sklaven oder Freie, Männer oder Frauen. Denn ihr seid alle gleich – ihr seid eins in Jesus Christus.“ (Galater 3,38) Die Bibel macht so klar, dass weder Geschlecht, noch Hautfarbe, noch Rasse, noch sozialer Status relevant sind. Stattdessen sind alle Nachfolger Jesu gleich vor Gott. Darüber hinaus erklärt die Bibel die Einheit der Menschen, insbesondere die Einheit der Nachfolger Jesu, zu einem übergeordneten Ziel der Schöpfung. In Johannes 17 betet Jesus: „Ich habe ihnen die Herrlichkeit geschenkt, die du mir gegeben hast, damit sie eins werden, wie wir eins sind – ich in ihnen und du in mir, damit sie alle zur Einheit vollendet werden.“ (Johannes 17, 22) Die Vereinigung von Menschen hat in der Geschichte schon immer starke Synergieeffekte hervorgebracht. Jüngste Beispiele sind die jeweiligen Effekte der einheitlichen Wirtschaftsräume, aber auch die hohe Wirtschaftskraft der großen Nationen wie den USA, China und Indien. Es ist ein wichtiges Ziel Gottes die Menschheit zur vollkommenen Einheit zu bringen. Gleichzeitig sagt die Bibel auch ganz klar, dass es der Menschheit im Ganzen nicht gelingen wird diese Einheit zu erreichen. Nur unter den Christen ist eine globale Einheit möglich und wird realisiert werden.

Der christliche Glauben hat eine überaus positive Gesamtperspektive

Während sich Nichtchristen nicht sicher sein können über den Verlauf der Menschheitsgeschichte ist für die Christen bereits klar, dass am Ende alles gut ausgeht. Ja das die Menschheit am Ende ihre Vereinigung mit ihrem Schöpfer findet und es auf der Erde zu einem ewigen Frieden und zu einem glücklichen Leben aller Menschen kommt. Dabei ist das Reich Gottes, welches seit Jesus Christus angebrochen ist, genau das Reich Gottes welches das nachhaltige Management der Erde übernehmen wird. Und ja, es sind Menschen die weiterhin die Verantwortung über die Erde haben. Aber es sind Menschen die Gott kennen und die durch Jesus Christus eine kompetente Führung erleben. Diese Perspektive auf das Endziel der Menschheit bedeutet, dass sich die Nachfolger Christi in einem kontinuierlichen Fortschrittsprozess befinden, von dem die ganze Menschheit lernen und profitieren kann und wird. Ich brauche hier auch nicht zu verschweigen, dass die Bibel eine parallele negative Entwicklung zeichnet neben der positiven des Reiches Gottes. So zeugt die Offenbarung des Johannes davon, dass bis zum Schluss der Menschheitsgeschichte ein großer Teil der Menschheit sich nicht dem Reich Gottes anschließen möchten, was erhebliche Schäden der Schöpfung nach sich zieht die zu schweren Katastrophen führen wird. Das positive Gesamtziel aber führt zu einem positiven Welt und Menschenbild in dem Fortschritt durchaus eine wichtige Rolle spielt. Dieses positive Weltbild wird vor allem auch dadurch gestützt dass die Bibel von einem liebenden und geduldigen Vater zeugt, der jeden Menschen geschaffen hat und mit jedem Menschen liebende Gemeinschaft möchte. Ein Gott der dem Menschen einen freien Willen und eine freie Wahl gegeben hat, sich für oder gegen ihn als Vater zu entscheiden. Ein Gott der fordert und fördert. Dieses positive Menschenbild hat tiefe Konsequenzen auf die Kooperation, Zusammenarbeit und Ermutigung unter den Menschen welche einen positiven Einfluss auf die Fortschrittsentwicklung hat.

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Jesu Auftrag ist die Reife seines Volkes

Neben den Aufträgen die den Menschen kurz nach der Schöpfung gegeben wurden, kamen durch Jesus noch ganz wesentliche Aufträge hinzu. Neben dem Missionsauftrag und dem Auftrag das Reich Gottes zu bauen spricht die Bibel auch von einer notwendigen Reife und Einheit der Menschen, im genaueren der Menschen die Jesus nachfolgen. In Epheser 4,13 macht Paulus dieses Ziel deutlich als er sagte: „Das Ziel ist, dass wir alle zur Einheit des Glaubens und zur ganzen Erkenntnis des Sohnes Gottes kommen, ja zur vollen Mannesreife und so die Fülle des Christus in ihrem ganzen Ausmaß erreichen und erleben.“ Paulus malt dort ein deutliches Bild von dem Ziel das Gott mit seinen Nachfolgern hat:

  • Einheit des ganzen Volkes Gottes
  • Die komplette Erkenntnis wer Jesus Christus ist
  • Eine vielseitige Reife durch Glauben und Erkenntnis
  • Die daraus folgende Fülle und hoher „Reichtum“ für die Menschen

Hier muss also schnell klar werden, dass der Weg des Volkes Gottes im Zeitverlauf ein Weg zu vermehrter Erkenntnis, Einheit und Fülle ist. Das bedeutet nichts anderes als dass es das Ziel Gottes ist, dass es besser wird für das Volk Gottes und dass die Reife einen Punkt erreichen wird, an dem eine besondere Fülle freigesetzt wird. Für mich ist diese Perspektive ein klarer Widerspruch zu den Vorstellungen, dass es in Zukunft nur noch sehr wenige Menschen geben werde die Jesus nachfolgen, oder das die Entwicklung des Leibes Christi mindestens stagnieren werde, weil es so im Plan Gottes sein soll. Dies wäre eine schlechte Zukunftsperspektive für das Volk Gottes, aber auch für die Menschheit im Ganzen und bildet nebenbei ein wunderbares Argument für die eigene Fruchtlosigkeit (Schwachheit und Wirkungslosigkeit im Dienst für Gott). Daher sind diese Aussagen meiner Meinung nach zumeist Ausreden.

Der Auftrag ist klar: Wir sollen Jesus komplett unser Leben geben und ihm alle wichtigen Entscheidungen überlassen. Dann wird er unser Leben führen, und dieses neue Leben ist voller Erfolg, Reichtum, Abenteuer, Spannung und hat einen Immensen Einfluss auf die Entwicklung der Menschheit. Je mehr Menschen sich auf diese Lebensweise(-wende), einlassen desto mehr wird der Leib zur Reife kommen indem Jesus selbst uns die Vision für unser Leben und für die Menschheit gibt und wir unter seiner Führung mit aller Kraft dieser Vision entgegen streben! Daraus entsteht ein sich beschleunigender Fortschrittsprozess, der die Menschheit zum Ende hin zur notwendigen Reife führen wird, die durch die Wiederkunft Jesu Christi vervollständigt wird.

Veränderung ist nicht gleich Fortschritt

Wenn ich hier so positiv von Fortschritt spreche, kann ich mir denken, dass ich so manchen traditionellen Christen damit irritiere. Daher möchte ich an dieser Stelle den Begriff nochmal von der Veränderung abgrenzen. Zu oft machen wir den Fehler diese beiden Begriffe zu sehr synonym zu verwenden. Veränderungen schließen alle Veränderungen mit ein, eben auch die schlechten Veränderungen. Häufig gibt es in der Gesellschaft und auch in der Technologie Veränderungen und Entdeckungen die nur allzu schnell als Fortschritt angepriesen werden. Ich denke wir müssen stets unser ganzes Leben offen sein für Veränderungen, diese aber immer auch kritisch hinterfragen um Rückschritte zu verhindern. Nur so kann es zu einem nachhaltigen Fortschritt kommen. Die Technologie der Nuklearspaltung ist hierfür ein gutes Beispiel. Sicher kann man diese Technologie als ein Fortschritt begreifen insbesondere wenn es um Energiegewinnung geht, gleichzeitig ermöglichte die Entdeckung der Technologie aber auch den Bau der Atombombe und hat damit einen gewaltigen Rückschritt der Menschheit bedeutet. Es ist richtig und gut kontinuierlich neugierig und wissbegierig zu bleiben, gleichzeitig sollten wir stets die negativen Dimensionen von Neuerungen schnell erkennen, diskutieren und behandeln. Ein etwas aktuelleres Beispiel ist Facebook. Die neuen Möglichkeiten rund um das Soziale Netzwerk ermöglichen der Menschheit eine neue Form der Kommunikation und des Teilens des Lebens. Ich selbst bin überzeugt von dem hohen Wert dieser Plattform. Gleichzeitig ist es offensichtlich, dass diese neuen Technologien einen bisher unbekannten negativen Einfluss auf das soziale Leben der Menschen haben. Statt die neuen Möglichkeiten einfach den bisherigen Möglichkeiten des sozialen Kontaktes hinzuzufügen, ersetzt digitale Kommunikation mittlerweile sehr häufig die direkte und persönliche Kommunikation und soziale Interaktion. Dabei benötigt man bei der persönlichen sozialen Interaktion ganz andere Fähigkeiten und Einstellungen als bei der digitalen Kommunikation. Diese Fähigkeiten gehen verloren und zurück bleiben häufig Menschen die unter sozialen Ängsten und Einsamkeit leiden. Diese negativen Dimensionen einer Neuerung müssen schnell erkannt und behandelt werden, statt immer nur all die positiven Vorteile auszuloben. Derzeit ist es eher so, dass negative Wirkungen zuerst erheblich eskalieren müssen bevor die Gesellschaft sich den Themen ernsthaft widmet, wie zum Beispiel beim Klimawandel.

Prio: Individueller, kollektiver und gesellschaftlicher Fortschritt

Während eine materialistische Gesellschaft den technologischen Fortschritt und deren Auswirkungen überaus hoch preist, sind diese Dimensionen aus biblischer Sicht zweitrangig. An oberster Stelle steht hier der kollektive und gesellschaftliche Fortschritt. Dieser Fortschritt wird durch Liebe gemessen und beruht daher auch vollständig auf dem individuellen Fortschritt des Menschen in der Gesellschaft. Diesen Zusammenhang hat Jesus immer klar gemacht: Wer die Welt verbessern will, muss zuallererst bei sich selbst anfangen. Frieden in den Nationen funktioniert nicht ohne Frieden in den Städten. Frieden in den Städten funktioniert nicht ohne Frieden in den Familien und Frieden in den Familien funktioniert nicht ohne den Frieden zwischen Mensch und Gott. Die wichtigsten Veränderungen der Menschheit können nicht durch technologische Neuerungen oder politische Entscheidungen hervorgebracht werden. Diese Veränderungen basieren auf Veränderungen individueller Menschen die durch eine Begegnung mit dem lebendigen Gott hervorgerufen wurde. Anders funktioniert es nicht. Auch nicht über noch mehr Bildung und High-Tech und finanziellen Investitionen…

Fazit

Folgende Thesen habe ich diesem Text behandelt und möchte sie nochmal nennen:

  • Das atheistische Weltbild führt gesellschaftlich in ein fortschrittskritisches und aggressiv antihumanistisches Weltbild
  • Aufklärung, Wissenschaft und Fortschritt ist historisch aus dem christlichen Glauben hervorgegangen
  • Christlicher Glauben fordert und fördert gesellschaftlichen und technologischen Fortschritt, dies kann aus der Bibel und aus der Geschichte abgeleitet werden
  • Es ist notwendig offen für Neues zu sein und Veränderungen zu begrüßen. Gleichzeitig ist es wichtig negative Dimensionen der Veränderungen zu erkennen und zu behandeln
  • Der gesellschaftliche und individuelle Fortschritt steht eindeutig über dem technologischen Fortschritt. Trotzdem ist auch der technologische Fortschritt wichtig und sollte gefördert werden

Diskussion, Fragen und Kommentare sind erwünscht!

Seid gesegnet!

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